14:29 Uhr
Schneider-Aktie stürzt ab
Angesichts der insgesamt dünnen Nachrichtenlage stürzen sich Händler auf die wenigen Aktien mit handelsbaren News wie Schneider Electric und vor allem Umstufungen. Schneider fallen wie erwartet um zehn Prozent angesichts einer Milliardenübernahme. Bei Carl Zeiss Meditec reicht aber schon die Abstufung auf “Sell” durch Goldman Sachs, um die Aktien 2,2 Prozent sinken zu lassen. Umgekehrt legen Continental um 2,5 Prozent zu nachdem sich von Morgan Stanley auf “Overweight” erhöht wurden. Evonik klettern 1,1 Prozent, nachdem sie Berenberg vom “Sell” befreit hat.
14:05 Uhr
Apothekerkammer lässt Geld bei DocMorris pfänden
Im Dauerclinch mit alteingesessenen Apothekern hat der Online-Konkurrent DocMorris einen Rückschlag hinnehmen müssen. Wie nach Berichten der “Pharmazeutischen Zeitung” und anderer Medien bekannt wurde, wurde bei DocMorris auf Drängen der Apothekerkammer Nordrhein inzwischen Geld in den Niederlanden gepfändet. DocMorris teilte mit, es handele sich “lediglich um die Durchsetzung administrativer Ordnungsgelder in Höhe eines hohen fünfstelligen bis geringen sechsstelligen Euro-Betrages”.
Schon vor Jahren hatte DocMorris Gerichtsverfahren in Stuttgart verloren, in denen es um die Art und Weise von Werbung samt Rabatten ging. Trotz der Gerichtsniederlagen machte DocMorris nach Ansicht der Kläger weiter, woraufhin die Kläger Ordnungsgelder in Deutschland beantragten – das aber verlief im Sande. Daraufhin setzten die deutschen Apotheker in einem Gerichtsverfahren in den Niederlanden durch, dass dort gepfändet wurde. In erster Instanz waren die deutschen Apotheker erfolgreich.
13:45 Uhr
Versorgungsängste: Kupferpreis steigt
Kupfer legt vor dem Hintergrund von Versorgungsängsten zu. Eine Tonne kostet 14.349,00 Dollar und damit 0,6 Prozent mehr. Die Produktion in Chile, dem weltweit größten Kupferproduzenten, fiel im August auf den schwächsten Stand seit Februar 2011. Dies könnte sich durch Streiks noch verschärfen, so die Analysten von ANZ Research. Die Arbeiter in der Centinela-Mine von Antofagasta in Chile stimmten für einen Streik, nachdem die Lohnverhandlungen gescheitert waren.
13:24 Uhr
Geldmarkt-Akteure schauen gebannt auf Frankreich
Wenig bewegt zeigt sich der europäische Geldmarkt zu Wochenbeginn. Die Haushaltslage in Frankreich wird dessen ungeachtet auch am Geldmarkt zunehmend ein Thema. Höhere französische Renditen führen laut der Deutschen Bank bereits jetzt zu einer Straffung der Finanzierungsbedingungen und dürften es der EZB fortschreitend erschweren, die vom Markt eingepreisten Zinsanhebungen umzusetzen. Die Deutsche Bank sieht den EZB-Endzins eher bei 2,75 Prozent oder vielleicht 3,0 Prozent statt der 3,5 Prozent, die noch vor acht Arbeitstagen eingepreist worden seien. Aktuell würden 3,20 Prozent eingepreist.
Tagesgeld: 2,38 – 2,58 (2,45 – 2,57), Wochengeld: 2,39 – 2,63 (2,38 – 2,63), 1-Monats-Geld: 2,42 – 2,72 (2,55 – 2,62), 3-Monats-Geld: 2,45 – 2,79 (2,45 – 2,79), 6-Monats-Geld: 2,87 – 3,02 (2,86 – 3,02), 12-Monats-Geld: 2,98 – 3,14 (3,04 – 3,37), Euribors: 02.10. 01.10. 3 Monate: 2,598 2,589, 6 Monate: 3,058 3,043, 12 Monate: 3,323 3,303
13:11 Uhr
Leichte Gewinnmitnahmen an US-Börsen erwartet
Nach der Erleichterung über den schwächeren Arbeitsmarkt und die in der Folge gesunkenen Zinserhöhungssorgen mit höheren Aktienkursen zum Wochenschluss deutet der Aktienterminmarkt auf einen knapp behaupteten Handelsbeginn an der Wall Street hin. Händler sprechen von leichten Gewinnmitnahmen ohne fundamental neue Stimmungsindikatoren. Etwas gedrückt wird die überwiegend gute Laune vom Ölpreis, der trotz der jüngsten G7-Vereinbarung, strategische Reserven freizugeben, und wieder funktionierender Pumpleitungen in Saudi-Arabien wieder um 101 Dollar kostet. Am Freitag hatte der Preis für Rohöl der Sorte Brent zwischenzeitlich unter 99 Dollar gelegen.
Händler bewerten die Wahrscheinlichkeit einer Bestätigung des Leitzinsniveaus auf der kommenden Sitzung der US-Notenbank Fed aktuell mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 80 Prozent. Vor einer Woche hatte dieser Wert noch bei lediglich 29 Prozent gelegen. “Der Anstieg der Arbeitslosenquote und das Nachlassen des Lohnwachstums könnten in den kommenden Wochen den Ton an den Finanzmärkten angeben, da die US-Arbeitsmarktdaten keine zusätzlichen Inflationssorgen schüren”, sagt Analystin Kathleen Brooks von XTB.
12:48 Uhr
Vermögensaufbau-Gipfel 2026: So stellen Sie Ihre Altersvorsorge neu auf
Für Millionen Deutsche bedeutet das neue Altersvorsorgedepot einen Quantensprung: Dank großzügiger staatlicher Förderung können sie ab 2027 mit Fonds und ETFs bis zur Rente ein Vermögen aufbauen. Welche neuen Produkte gibt es? Und wie sollte die Anlage in Zeiten globaler Konflikte und technologischer Umbrüche ausgerichtet sein?
Auf dem Vermögensaufbau-Gipfel von Capital und ntv analysieren Ökonomen, Fondsmanager und Politiker die Lage und Aussichten an den Märkten. Sie diskutieren über langfristige Entwicklungen und erklären, wie sich Anleger am besten aufstellen – am 15. Oktober 2026 in Frankfurt am Main oder digital. Hier können Sie sich Tickets sichern.
12:23 Uhr
Wie weit geht der Anleihecrash noch?
Immer weiter klettern die Zinsen nach oben. Wie groß ist die Gefahr, die daraus für die Aktienmärkte entsteht? Ein ganzer Strauß von Gründen lässt die Kapitalmarktzinsen immer weiter klettern: der Kredithunger der USA, die riesige Kapitalnachfrage der Hyperscaler und nicht zuletzt die steigenden Energiepreise. Welche Möglichkeiten bleiben Anlegerinnen und Anlegern noch in diesem Dickicht? Friedhelm Tilgen diskutiert darüber mit Kemal Bagci von der BNP Paribas und Daniel Saurenz von Saurenz & Partner.
12:09 Uhr
Milliarden-Rückkauf befeuert Aktie von Linde-Rivalen
Ein milliardenschwerer Aktienrückkauf ermuntert Anleger zum Einstieg beim Industriegasekonzern Air Liquide. Die Titel des französischen Rivalen des Branchenführers Linde klettern in Paris um bis zu vier Prozent und gehören damit zu den größten Gewinnern im Leitindex CAC 40. Air Liquide kündigte ein Aktienrückkaufprogramm im Volumen von vier Milliarden Euro an. Es ist das erste große Programm dieser Art und soll bis Ende 2028 abgeschlossen werden. Zudem solle die operative Marge bis 2030 um 400 bis 600 Basispunkte steigen.
Mit der neuen Strategie kommt der Konzern auch Forderungen des aktivistischen Investors Elliott Investment Management entgegen. Dieser hat Medienberichten zufolge eine Beteiligung in nicht genannter Höhe an Air Liquide aufgebaut und auf eine höhere Effizienz und Kapitalrendite gedrängt. Air Liquide versucht seit Längerem, den Profitabilitätsrückstand zu Linde zu schließen.
11:58 Uhr
Dax rötlich – Euro deutlich weicher
Update von der Frankfurter Börse: Der Dax hat sich bislang nur unwesentlich bewegt. Der deutsche Leitindex notierte am Mittag 0,1 Prozent im Minus bei 25.216 Punkten. Der EuroStoxx50 fiel um 0,4 Prozent auf 6214 Stellen. Der Euro lag 0,4 Prozent leichter bei 1,1206 US-Dollar.
11:45 Uhr
“Diesel ist Preistreiber – nicht nur an der Zapfsäule”
Die Preise für Diesel steigen weiter. Anlagestratege Chris-Oliver Schickentanz erklärt, warum ein Tankrabatt keine nachhaltige Lösung ist, weshalb Verbraucher die Ölpreise beim Einkaufen merken und warum die deutsche Autoindustrie nur wenig von steigenden Zulassungszahlen für E-Autos profitiert.
11:20 Uhr
Schlechtes Omen für das Weihnachtsgeschäft
Trotz besserer Konjunkturlage hat sich die Stimmung unter den deutschen Verbrauchern wenige Wochen vor dem beginnenden Weihnachtsgeschäft eingetrübt. Das Barometer für das Konsumklima sank im Oktober um 1,19 Punkte auf 93,51 Zähler, wie der Handelsverband Deutschland (HDE) mitteilte. Es liegt damit auch deutlich unter dem Niveau des Vorjahresmonats. “Eine Belebung des privaten Konsums zeigt sich aktuell nicht – trotz der Verbesserung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung”, lautet das Fazit des HDE. “Damit trüben sich auch die Erwartungen für das Weihnachtsgeschäft etwas ein.” Am Jahresende fahren viele Geschäfte einen großen Teil ihres Umsatzes ein.
Besonders die negative Entwicklung der Anschaffungsneigung der Verbraucher dämpft die Aussichten. Der aktuelle Wert liegt deutlich unter dem Vorjahreswert. Auch die Einkommenserwartungen haben sich spürbar verschlechtert. “Immerhin positiv ist der Blick auf die Sparneigung”, hieß es. Die Befragten planen demnach für die kommenden Wochen, ihre Sparneigung nicht weiter zu erhöhen.
11:01 Uhr
Deutsche Maschinenbauer erleiden herben Dämpfer
Der Auftragseingang im Maschinen- und Anlagenbau in Deutschland ist im August im Vergleich zum Vorjahr um real fünf Prozent gesunken. Wie der Branchenverband VDMA mitteilte, waren alle Kennziffern rückläufig: Die Bestellungen aus dem Inland gingen um zwei Prozent zurück, aus dem Ausland sanken sie um insgesamt sechs Prozent. Der Rückgang aus den Euro-Partnerländern war mit zehn Prozent doppelt so groß wie aus den Nicht-Euro-Ländern (minus fünf Prozent).
“Nach zuvor zwei Monaten mit Wachstum ist dieses Ergebnis ein leichter Dämpfer. Zu beachten ist dabei jedoch, dass es im August dieses Jahres im Gegensatz zum Vorjahr keine Großanlagen-Bestellungen gab”, erläuterte VDMA-Chefvolkswirt Johannes Gernandt. Er verwies darauf, dass für die ersten acht Monate 2026 zwar ein Auftragsplus von vier Prozent in den Büchern stehe, dieses allerdings auf einem schwachen Vorjahr und den beiden Monaten März und Juni mit vielen Großaufträgen basiere.
10:50 Uhr
Sentix-Konjunkturindex für Deutschland sinkt im Oktober
Die Einschätzung der deutschen Wirtschaft durch Investoren hat sich im Oktober leicht eingetrübt. Der von dem Beratungsunternehmen Sentix erhobene Konjunkturindex für Deutschland sank auf minus 3,6 (September: minus 2,8) Punkte. Allerdings verbesserte sich die Beurteilung der aktuellen Lage zum vierten Mal in Folge, und zwar auf minus 14,5 (minus 16,8), den höchsten Wert seit Mai 2023. “Das hört sich allerdings besser an als es ist, denn die Lagewerte sind mit minus 14,5 Punkten noch immer negativ”, kommentierte Sentix-Geschäftsführer Manfred Hübner diese Entwicklung. Immerhin zeige die deutsche Konjunktur, dass sie sich nicht vollends von der globalen Konjunktur entkoppelt habe. Der Index der Erwartungen sank dagegen auf 8,0 (12,3) Punkte.
Der Konjunkturindex des Euroraums ging auf 2,7 (5,1) Punkte zurück, wobei der Lageindex bei minus 3,3 Punkten verharrte und der Erwartungsindex auf 8,8 (13,8) Punkte sank.
10:34 Uhr
Deutsche Dienstleister kommen in Schwung
Die Geschäftsaktivität im deutschen Servicesektor hat sich im September lebhafter als im Vormonat gezeigt. Der von S&P Global für den Sektor ermittelte Einkaufsmanagerindex erhöhte sich auf 52,9 von 49,7 Punkten, wie aus den finalen Daten für den Monat hervorgeht. Auch vorläufig war für September ein Wert von 52,9 ermittelt worden. Insgesamt hat sich das Wachstum in Deutschlands Wirtschaft im September beschleunigt. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft – Industrie und Dienstleister zusammen – stieg auf 53,8 von 51,8 Punkten im Vormonat. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, darunter eine Schrumpfung.
10:21 Uhr
Lidl nimmt Milliarden für Expansion in Großbritannien in die Hand
Der Discounter Lidl will mit einer Millioneninvestition im britischen Lebensmittelmarkt expandieren. Die zur Schwarz-Gruppe gehörende Kette plant im laufenden Geschäftsjahr die Eröffnung von mehr als 50 neuen Filialen, wie sie mitteilte. Dafür will Lidl 600 Millionen Pfund investieren. Damit verschärft das Unternehmen den Kampf mit dem Rivalen Aldi sowie den etablierten britischen Supermarktketten Tesco und Sainsbury’s.
Im Mai war Lidl Branchendaten zufolge zum fünftgrößten Lebensmittelhändler Großbritanniens aufgestiegen und kam zuletzt auf einen Marktanteil von 8,7 Prozent. Im abgelaufenen Geschäftsjahr bis Ende Februar 2026 steigerte Lidl GB den operativen Gewinn um 9,9 Prozent auf 345 Millionen Pfund. Der Umsatz kletterte um 10,8 Prozent auf 13 Milliarden Pfund. In der vergangenen Woche hatte der Konkurrent Aldi UK angekündigt, im kommenden Jahr 900 Millionen Pfund in Großbritannien zu investieren.
10:10 Uhr
E-Autos müssen preiswerter werden – sonst gewinnt China
Physikalisch haben E-Autos dank ihres höheren Wirkungsgrads die Nase vorn. Doch Autobauer müssen daraus bezahlbare, überzeugende Fahrzeuge machen. ntv-Börsenexperte Patrick Dewayne erklärt, warum VW, BMW und Mercedes ihr Angebot verbreitern und günstiger machen müssen, um im Wettbewerb zu bestehen.
09:50 Uhr
Brent nahe der 100-Dollar-Marke
Am Rohstoffmarkt geben die Ölpreise zunächst nach. So verbilligt sich die Rohöl-Sorte Brent aus der Nordsee um 0,6 Prozent auf 101,68 Dollar je Barrel (159 Liter). Das US-Öl WTI notiert 1,0 Prozent schwächer bei 90,18 Dollar. Steigende Rohölexporte aus dem Nahen Osten und die Freigabe von 100 Millionen Barrel aus den Notreserven der G7-Staaten drücken die Preise. Dies glich die Sorgen über Angriffe der Huthi-Rebellen auf Anlagen von Saudi Aramco sowie zunehmende Attacken auf Öltanker in der Straße von Hormus aus.
09:31 Uhr
Schneider Electric vor 20-Milliarden-Deal
Schneider Electric steht offenbar kurz vor der Übernahme des US-Softwareunternehmens PTC für rund 20 Milliarden Dollar. Eine entsprechende Vereinbarung könnte am Montag verkündet werden, sagte ein Insider Reuters (Ortszeit). Die Gespräche zwischen den beiden Unternehmen dauerten jedoch noch an. Es sei nicht sicher, ob sie tatsächlich zu einem Abschluss führten.
Das in Boston ansässige Unternehmen PTC hat nach LSEG-Daten einen Börsenwert von 15,63 Milliarden Dollar. Die Firma bietet Softwarelösungen für die Entwicklung, Fertigung und Wartung von Produkten in verschiedenen Branchen an und profitiert ebenfalls von einer wachsenden Nachfrage nach KI-gestützten Werkzeugen. Für Schneider Electric wäre der Zukauf ein weiterer Schritt beim Ausbau des Softwaregeschäfts. Im Juni hatte der Konzern die Übernahme von Cognite Holding vereinbart, einem nicht börsennotierten Anbieter von KI-Software und Industriedaten.
09:14 Uhr
Dax leicht fester
Mit leichten Gewinnen beginnt der Dax das heutige Geschäft. Der deutsche Börsenleitindex notiert aktuell im Bereich von 25.275 Punkten, nachdem er am Freitag 1,2 Prozent zugelegt hatte und mit einem Stand von 25.231 Zählern ins Wochenende gegangen war. Der Brent-Preis notiert um die 100-Dollar-Marke. Die Aktienkurse an der Tokioter Börse legten zu.
08:58 Uhr
Musk-Gerücht schiebt TSMC-Aktie an
In Taiwan legen die Titel von Taiwan Semiconductor Manufacturing (TSMC) gut 2,5 Prozent zu. Die Aktien profitieren von der Aussicht auf eine Zusammenarbeit mit Tesla-Gründer und -CEO Elon Musk bei dessen Halbleiterprojekt Terafab.
08:38 Uhr
Kommt die deutsche Industrie in Schwung?
Wie es um die deutsche Industrie bestellt ist, wird sich in dieser Woche zeigen. “Die Stimmungsindikatoren haben hier zuletzt Hoffnung gemacht”, sagt Commerzbank-Ökonom Ralph Solveen mit Blick auf den jüngsten Anstieg des Einkaufsmanagerindex für die Branche. “Tatsächlich legen die Auftragseingänge seit etwa einem Jahr wieder zu, was aber weitgehend auf mehr Großaufträge zurückzuführen ist, von denen die meisten wohl vom Staat kommen.” Rechne man die Großaufträge heraus, bewegen sich die Auftragseingänge im Wesentlichen seitwärts. Gleiches gelte für die Produktion. Nach den Industriezahlen am Mittwoch stehen am Donnerstag die deutschen Außenhandelsdaten für August auf dem Kalender.
08:21 Uhr
Wochenstart mit “Überraschungspotenzial”
Mit einem leicht positiven Start in die Woche rechnen Händler. Die Erleichterung über die etwas schwächeren US-Arbeitsmarktdaten vom Freitag dürfte noch etwas anhalten. Sie nahmen Druck von der US-Notenbank, die Zinsen erhöhen zu müssen. Dazu glauben manche Strategen auch, dass eine US-Zinserhöhung nur eine Woche vor den US-Zwischenwahlen politisch schwer denkbar sei. Die Anleihemärkte dürfte daher weiter Zinserhöhungen vorwegnehmen, die Renditen also weiter anziehen.
Nach dem US-Arbeitsmarktbericht gelten viele Blicke nun dem ISM-Service-Index am Nachmittag, der auch Informationen zur Beschäftigungs- und Lohnentwicklung beinhaltet. Sollte sich auch hier weiterer Lohndruck zeigen, wie bei Preisdaten aus der Vorwoche, könnte die Erholung nach dem Job-Report schnell vorbei sein. Anders als der Arbeitsmarktbericht ist der ISM-Report vorwärtsblickend und erfasst auch geplante Neueinstellungen.
Dazu stehen in Europa und den USA konjunkturseitig Revisionen der Einkaufsmanagerindizes an. “Die Daten und Erwartungen im Vorfeld sind inkonsistent und bergen Überraschungspotenzial”, befindet ein Marktstratege. Denn während der bereits vorgelegte Service-Einkaufsmanagerindex zuletzt kräftig zugelegt habe, werde der ISM-Index fallend erwartet.
08:05 Uhr
Stimmungsdämpfer für deutsche Autoindustrie
Die Stimmung in der deutschen Automobilindustrie hat sich im September stark eingetrübt. Das Barometer für das Geschäftsklima fiel auf minus 35,0 Punkte, von minus 22,0 Zählern im August, wie das Ifo-Institut zu seiner Umfrage mitteilte. Die Unternehmen bewerteten ihre Geschäftslage so schlecht wie noch nie in diesem Jahr. Die Aussichten für die kommenden Monate waren schon im August drastisch gesunken und verharrten nun auf tiefem Niveau. “Die Automobilindustrie steckt weiterhin in der Krise”, sagte Ifo-Branchenexpertin Anita Wölfl.
Diese Krisenstimmung lässt sich an vielen weiteren Indikatoren erkennen: So sackten die Exporterwartungen in der Autoindustrie ab, nachdem sie zuvor noch gestiegen waren. Ähnliches galt für die Beschäftigungserwartungen. Die Unternehmen bewerteten im September überdies ihren Auftragsbestand erneut schlechter als im Vormonat. Die Ertragslage, die immer vierteljährlich abgefragt wird, ist den Unternehmensangaben zufolge im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal deutlich gesunken.
07:45 Uhr
US-Vorgaben stützen Tech-Aktien
An den Börsen in Ostasien und Australien herrscht verhalten positive Stimmung dank guter US-Vorgaben. An der Wall Street waren überraschend schwache Arbeitsmarktdaten am Freitag mit Erleichterung aufgenommen worden, denn sie dürften eine baldige Zinserhöhung durch die US-Notenbank weniger wahrscheinlich gemacht haben. Die Fed Fund Futures an der CME preisen eine Zinserhöhung bei der nächsten Fed-Sitzung Ende Oktober nur mehr mit einer Wahrscheinlichkeit von 23 Prozent ein.
Die Börsen in Seoul und Shanghai sind zu Wochenbeginn feiertagsbedingt geschlossen. In Shanghai wird der Handel erst am Donnerstag wieder aufgenommen. Angeführt werden die Märkte der Region von der Börse in Tokio, wo der Nikkei-Index um 2,2 Prozent vorrückt. Der breiter gefasste Topix steigt um 1,1 Prozent. Vor allem Technologiewerte profitieren von der wieder erwachten Risikofreude der Anleger. Advantest verbessern sich um gut vier und Tokyo Electron um etwa fünf Prozent.
07:29 Uhr
Miteigentümer kritisiert Galeria
Der Miteigentümer der insolventen Warenhauskette Galeria, Bernd Beetz, kritisiert die Geschäftsführung um Tilo Hellenbock für den Insolvenzantrag und fordert einen schnellen Umbau. Er halte die Insolvenz grundsätzlich für vermeidbar, sagte Beetz der “Bild”-Zeitung. “Die Gesellschafter haben Galeria in einer schwierigen Lage übernommen und viel Zeit, Energie und eigenes Kapital investiert, um dem Unternehmen eine Zukunft zu geben. Entscheidend wäre gewesen, die notwendige Transformation konsequenter und schneller umzusetzen”, sagte Beetz. Er führte aus, dafür brauche es “insbesondere ein stringentes Warenmanagement, eine klare Sortimentsstrategie und eine deutlich stärkere Kundenorientierung”.
Beetz zeigte sich optimistisch: “Ein Warenhaus kann auch heute erfolgreich sein – aber nur, wenn es sich deutlich vom Wettbewerb abhebt und operativ exzellent geführt wird.” Beetz betonte, personelle Entscheidungen müssten jetzt anhand der Frage getroffen werden, wer das größte Vertrauen von Gläubigern, Mitarbeitern, Lieferanten und möglichen Investoren genieße: “Es geht nicht um einzelne Personen, sondern darum, die bestmögliche Führung für die nächste Phase sicherzustellen.”
Galeria hatte jüngst beim Amtsgericht Düsseldorf erneut die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens beantragt. Für Galeria ist es nach 2020, 2022 und 2024 der inzwischen vierte Insolvenzantrag innerhalb von sechs Jahren. Der Geschäftsbetrieb in den 83 Filialen soll vorerst weiterlaufen.
07:10 Uhr
Dulux-Mutter vor Verkauf von Südostasien-Farbsparte
Akzo Nobel steht offenbar vor dem Verkauf seines Südostasiengeschäfts mit Dekorationsfarben an den Konkurrenten Nippon Paint. Die Transaktion habe ein Volumen von deutlich mehr als einer Milliarde Dollar und könne bereits heute besiegelt werden, berichtete die “Financial Times” unter Berufung auf Insider. Das Vorhaben umfasse die Aktivitäten in Vietnam, Indonesien, Malaysia, Thailand und Singapur sowie in Papua-Neuguinea und Australien.
Akzo Nobel, bekannt hierzulande für die Marke Dolux, hatte im Juli mitgeteilt, Nippon Paint habe mehrere Vorschläge zur Übernahme des gesamten Geschäfts mit Dekorationsfarben eingereicht. Dabei sei die Sparte mit rund 7,5 Milliarden Euro bewertet worden. Dieser Vorstoß folgte auf den Rückzug eines 12,5 Milliarden Euro schweren Angebots für den kompletten Akzo Nobel-Konzern, das Nippon Paint im Juni gemeinsam mit dem US-Farbenhersteller Sherwin-Williams verfolgt hatte.
06:53 Uhr
Bisher 100.000 Anträge für E-Auto-Prämie
Die im Mai freigeschaltete neue E-Auto-Prämie wurde nach Regierungsangaben bisher an 100.000 Antragsteller ausgezahlt. Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) sagte der “Bild”-Zeitung, “das Förderprogramm hat unsere Erwartungen weit übertroffen und jetzt schon 100.000 Haushalte dabei unterstützt, sich vor den hohen Spritpreisen zu schützen”. Jedes zusätzliche Elektroauto mache Deutschland unabhängiger von teuren Ölimporten und internationalen Konflikten.
Das Geld komme Menschen zugute, die vorher nicht einmal daran gedacht hätten, sich ein E-Auto zu kaufen, sagte Schneider. Die Hälfte der Antragsteller hatte demnach ein Haushaltsjahreseinkommen von maximal 45.000 Euro, drei Viertel verdienten maximal 60.000 Euro. “Besonders wichtig ist mir, dass die soziale Staffelung wirkt”, betonte Schneider.
Förderfähig sind Kauf und Leasing neuer Elektroautos, bestimmter Plug-in-Hybride, die sowohl mit Strom als auch mit Treibstoff fahren können, sowie Elektroautos mit sogenannten Reichweitenverlängerern. Letztere sind kleine Verbrennungsmotoren, die die Reichweite von Elektroautos erhöhen.
Voraussetzung ist eine Zulassung des Fahrzeugs seit dem 1. Januar dieses Jahres. Die Höhe des staatlichen Zuschusses hängt von Fahrzeug, Einkommen und Familiengröße ab und kann bei bis zu 6000 Euro liegen. Die Prämie gilt nur für Privatautos, nicht für Dienstwagen. Die vorhandenen Fördermittel in Höhe von insgesamt drei Milliarden Euro reichen nach Regierungsangaben für geschätzt 800.000 geförderte Fahrzeuge im Zeitraum von 2026 bis 2029.
06:36 Uhr
Hoffnung auf Zinspause beflügelt
Die Aussicht auf eine Zinspause in den USA treibt die asiatischen Aktienmärkte zum Wochenstart an. In Tokio legt der Nikkei-Index am Montag um 2,5 Prozent auf 70.037,61 Punkte zu. Der breiter gefasste Topix notiert 1,2 Prozent höher bei 4138,57 Zählern. Das Handelsvolumen fällt jedoch gering aus, da die Börse Shanghai feiertagsbedingt geschlossen bleibt. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzhen wird ebenfalls nicht gehandelt. Auch in Südkorea und Teilen Australiens ruht der Handel.
Schwächer als erwartet ausgefallene US-Arbeitsmarktdaten dämpfen die Sorge der Anleger vor einer weiteren aggressiven Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed. “Die Arbeitsmarktbedingungen sind insgesamt stabil, aber die Abwärtskorrekturen vom Freitag signalisieren, dass die US-Wirtschaft in zwei der neun Monate dieses Jahres Arbeitsplätze verloren hat”, sagt Jose Torres, leitender Volkswirt bei Interactive Brokers. Das Risiko weiterer Arbeitsplatzverluste bedeute, dass die Fed die Zinsen nicht um weitere 100 Basispunkte anheben könne.
Diese Entwicklung macht die japanischen Indizes zu den klaren Gewinnern des asiatischen Handelstages. Die Anleger preisen nun nur noch eine Wahrscheinlichkeit von 22 Prozent für eine Zinserhöhung in diesem Monat ein, verglichen mit 64 Prozent in der Vorwoche. Da unternehmensspezifische Nachrichten sowie Gewinner und Verlierer bei Einzelwerten aufgrund der Feiertage in China fehlen, folgen die asiatischen Märkte vor allem den positiven Vorgaben der US-Börsen.
06:17 Uhr
Das ist los im frühen Devisengeschäft
Am Devisenmarkt zeigt sich der Dollar aufgrund der gesunkenen Zinserwartungen uneinheitlich. Die US-Währung legt leicht auf 6,7045 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notiert der Dollar 0,2 Prozent höher bei 0,8299 Franken. Parallel dazu fällt der Euro um 0,4 Prozent auf 1,1204 Dollar und gibt 0,3 Prozent auf 0,9299 Franken nach.
05:59 Uhr
“Tiefstände gibt’s am Rhein, Höchststände am Rentenmarkt”
Auch dieser der neuen Börsenwoche dürften die hohen Ölpreise und Anleiherenditen die Anleger. “Tiefstände gibt’s am Rhein, Höchststände am Rentenmarkt”, so die Experten der Helaba. Die Verzinsungen zehnjähriger Staatsanleihen in Europa und in den USA weiteten in der vergangenen Woche ihre zweistelligen Mehrjahreshochs aus. Grund dafür waren vor allem Zinsängste der Anleger. An den Kapitalmärkten herrschten Inflationssorgen, und diese führen zu Spekulationen über die künftige Geldpolitik der Notenbanken, sagte Ulrich Kater, Chefvolkswirt der DekaBank. “Das sind gegenwärtig die bestimmenden Kräfte am deutschen Aktienmarkt.”
Trotz eines Rücksetzers von rund vier Prozent auf Wochensicht verharrt der Preis für ein Fass Nordsee-Rohöl der Sorte Brent nahe der 100-Dollar-Marke. Wie Daten zeigten, trieben die hohen Energiepreise die Inflation im Euroraum im September überraschend stark nach oben. Am Freitag schloss der Dax mit 25.231 Punkten rund ein Prozent unter dem Vorwochenschluss. “Unterm Strich bleibt für das laufende Jahr nur noch ein kleines Plus. Fast alle zwischenzeitlichen Gewinne sind weg”, sagte Jürgen Molnar, Stratege beim Broker RoboMarkets.
Für die hohen Energiepreise sorgen nach wie vor das Hin und Her im Konflikt zwischen den USA und dem Iran sowie die damit verbundenen Spannungen um die für Öltransporte wichtige Straße von Hormus. “Ein wie auch immer geartetes Ende der kriegerischen Auseinandersetzungen scheint derzeit nicht in Sicht”, konstatierten die Experten der LBBW. Der Iran unterbreitete zuletzt einen Vorschlag zur Wiederöffnung der von ihm weitgehend blockierten Straße von Hormus. Diesem erteilte US-Präsident Trump angesichts der darin enthaltenen Forderungen jedoch eine Absage. Es sollen zwar weitere Gespräche laufen, der Iran kündigte jedoch an, nicht von seinen Forderungen abzurücken. Sollte es zu keiner Lösung kommen, drohte Trump mit erneuten Angriffen. “Kein Wunder, dass die Bondrenditen immer weiter stiegen”, so die LBBW.
Auf Unternehmensseite bleiben Anleger zwischen KI-Hoffnungen und KI-Sorgen hin- und hergerissen. “Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Märkte dann am gefährlichsten sind, wenn die Zukunft grenzenlos vielversprechend erscheint”, sagte Mike Fox, Aktienexperte beim Vermögensverwalter Royal London. “Die größten Chancen bieten sie dagegen häufig dann, wenn die Zukunft hoffnungslos düster wirkt.”
Die neue Konjunkturdatenwoche eröffnet heute die Veröffentlichung des Barometers der Beratungsfirma Sentix zu den Erwartungen von Börsenprofis für die Wirtschaft im Euroraum im Oktober. Ebenfalls zum Wochenstart warten Anleger auf die Einkaufsmanagerindizes für den Dienstleistungssektor in der Euro-Zone und in den USA im September sowie die Erzeugerpreise für den Euroraum im August.
Die komplette Terminvorschau für diese Woche finden Sie hier.